Bei der WM der Berufe im Oktober in Abu Dhabi treten rund 1300 der besten internationalen Nachwuchsfachkräfte in 51 Disziplinen gegeneinander an.

Im Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum der Bauinnung Donau-Ries, dem deutschen Leistungszentrum für die Bauberufe, trainieren die jungen Betonbauer und Maurer für den harten Wettbewerb mit ihren Kollegen aus aller Welt.

„Die besten Nachwuchskräfte in der Welt, nicht nur fordern, sondern auch fördern, das ist die Aufgabe unseres Wettbewerbs.Die WorldSkills sind nicht nur ein Internationaler Berufswettbewerb, sie sind auch ein partnerschaftlicher Vergleich, bei dem die erfahreneren Nationen eine Art Patenschaft für die weniger erfahrenen übernehmen können und dabei einen Teil Ihres Wissens weitergeben. Das Voneinander-Lernen spielt genauso eine wichtige Rolle, wie der sportliche Wettbewerb!“ Werner Luther, geschäftsführender Gesellschafter der Eigner Bauunternehmung und Obermeister der Bauinnung Donau-Ries betont die Bedeutung des internationalen Wissenstransfers. Bereits mehrfach nahm er als Experte für die deutschen Betonbauer an den WorldSkills teil.

Dabei hatte er viel Gelegenheit sich mit Teams anderer Nationen auszutauschen. So lernte er auch einige Teilnehmer des Nationalteams von Sambia kennen, die erst seit 2013 an den WorldSkills teilnehmen. Man beschloss, dass der deutsche und sambische Berufsverband intensiver miteinander kommunizieren sollten. Im Laufe der folgenden zwei Jahre gab es einen regen Briefwechsel und dieses Jahr folgte dann die Einladung des deutschen an den sambischen Berufsverband, sein diesjähriges WorldSkills-Team zu einem Training nach Nördlingen zu senden. Dort sollten die jungen Betonarbeiter, unter Anleitung von Josef Leberle, Leiter des Aus- und Weiterbildungszentrums und gewissermaßen des „Bundestrainers“ der deutschen Betonbauer eine Woche intensiv trainieren. Dabei profitiere man davon, dass die Bauinnung Donau-Ries gleichzeitig auch das Trainingszentrum der deutschen Teams der Betonbauer ist und diese sich nur eine Woche später selbst auf den harten Wettbewerb vorbereiten würden. Die Deutschen sind amtierender Vize-Weltmeister. Sämtliche Werkzeuge und Bau-Materialien waren bereits vorbereitet und wurden auch dem sambischen Team zur Verfügung gestellt.



Ein junges Team bestehend aus der 22-jährigen Marah und dem 20-jährigen Chansa, sowie ihrem sambischen Trainer Emmanuel Nswana machte sich also auf die weite Reise ins Nördlinger Ries. Für die jungen sambischen Teilnehmer war es ihre erste große Reise.


Fünf harte Tage warteten auf sie. In dieser Zeit hatten sie, unter Beratung ihrer Trainer, eine drei Meter hohe Konstruktion unter Zeitdruck aufzubauen. Mit viel Enthusiasmus machten sie sich an die Arbeit. Dabei wurde dann aber auch deutlich, dass die jungen Teilnehmer, teilweise noch nie mit einigen der modernen Werkzeuge und Baumaterialien gearbeitet hatten. So lernten sie in einer sehr intensiven Woche viele Dinge, die sie nicht nur für die WorldSkills, aber auch für ihre berufliche Weiterentwicklung nutzen können.

Das WorldSkill-Training sollte jedoch nicht die einzige Erfahrung bleiben. Das Team der Bauinnung hatte kleine Abendprogramme in und um Nördlingen organisiert und trotz des anstrengenden Programms wurden diese von den sambischen Teilnehmern sehr gerne angenommen. Am Ende der Woche hatten alle drei den Türmer auf dem Daniel besucht und gelernt was „So gsell so“ bedeutet. Alle drei betonten wie sehr ihnen Nördlingen und das Ries gefallen hatte und dass sie gerne einmal wiederkommen wollten.

Am Ende der intensiven Trainingswoche verabschiedeten sich die drei Sambier erschöpft, aber glücklich von dem Team der Bauinnung Donau-Ries, die nicht nur Kollegen sondern auch Freunde geworden waren.

Text (Auszug): Bauinnung Donau-Ries